Listonneur

Home is where the sofa hugs you back and the cat wakes you up at four in the morning…

"We like lists because we don't want to die." Umberto Eco

Men's Health UrbanAthlon 2010 in Hamburg

Ein Kommentar

Als engagierter Läufer ist man immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und so liest sich die Beschreibung des von der Men’s Health in Zusammenarbeit mit Radio Hamburg veranstalteten UrbanAthlons durchaus spannend:

Die Hindernisse

  • 891 Treppenstufen
  • 167m Höhenunterschied
  • wechselnder Untergrund:
    • Asphalt
    • Kopfsteinpflaster
    • Schotterpisten
    • Strandsand
    • Wiese
  • Mülltonnen-Slalom (das Labyrinth des Verderbens)
  • Fassadenlauf am Docklands-Gebäude (die Stufen der Schmerzen)
  • Rohrschikane
  • Baugerüst-Geflecht
  • Sandsackwall
  • Maximalpuls-Strecke
  • Kriechpassage
  • Bretterblockade
  • Autoreifen-Manöver (der Berg des Schreckens)
  • Linienbus-Parkour
  • Doppel-Halfpipe
  • Fahrzeug-Hopping (der Fuhrpark des Grauens)
  • Container-Klettern (die Treppe der tausend Tränen)

Und all diese Hindernisse auf einer Gesamtstrecke von 10km verteilt. Zeitmessung per Chip.

Also genau das, worauf der gelangweilte Langstreckenläufer gewartet hat. Schnelle Sprints mit harten Parkour-Stopps und anspruchsvollen Hindernissen. Insgsamt haben sich knapp 2.000 LäuferInnen zu dem Unterfangen angemeldet, darunter auch ich, als eher schmächtiger Ausdauersportler, für den 50 Liegestütze durchaus schon eine Aufgabe sind.

Das Festival

Vom Hamburg Marathon und anderen Marathonveranstaltungen kennt man das: die Marathonmesse. Auch beim UrbanAthlon waren diverse kleine Buden, in denen man, wie beim Wahrsagen auf dem Hamburger Dom, seinen Körperfettanteil messen lassen konnte oder verbilligt Schuhe, Socken und anderes Laufzubehör bekam, aufgebaut.

Das bunte und abwechslungsreiche Rahmenprogramm vertrieb die Zeit bis zum Start ganz exzellent und war sicherlich ein Eldorado für alle Leser der Zeitschrift Men’s Health.

Beim Abholen der Startunterlagen konnte man sich gegenseitig schon mal beschnuppern und ich war von all den professionellen Traceuren und aufgeblähten Muskelprotzen, die mit stolzer Brust ihr Schaulaufen über’s Gelände absolvierten, doch etwas eingeschüchtert. Nur wenige Schmächtige und ein paar Bauchträger konnte ich erspähen.

Bis zum Start zog ich mich deshalb zurück und genoss die Aussicht auf den Hafen und bereitete mich innerlich auf die 2,60m hohe Mauer vor, die es zu überwinden galt. Die auf zwei Metern Höhe und 15 Metern Länge aufgestapelten Reifen oder den zahlreichen Stufen konnten mich nur wenig beeindrucken, da roch ihr ja förmlich schon den Spaß, den es bereiten müsste sich darin umzutreiben

Der Start

In der Durchführung des Wettkampfs liegen bedauerlicherweise die Schwächen dieser Veranstaltung. So schön und beeindruckend auch das ganze Trara und die Ankündigungen auf der Webseite waren, enttäuschte das Rennen selbst leider sehr. Sehr sehr sehr!

Die Masse der 2.000 LäuferInnen ging nur stockend über die Startlinie und bis zuletzt hatte das Feld kaum Möglichkeiten sich auseinander zu ziehen.

Der Mülltonnen-Slalom war in der ein harmloser Kurs, da man schnurstraks zwischen den Tonnen hindurchlaufen konnte, ohne sie überhaupt als Störung wahrzunehmen. Als positiv fiel auf, dass es hier keine Wartezeit gab.

Die “Stufen der Schmerzen” entpuppten sich als große Enttäuschung, denn sie ließen sich, nach einer Wartezeit von etwa 10 Minuten, nur im Schneckentempo erklimmen, da man sonst dem Vordermann in die Hacken gerannt wäre.

Die Rohrschikane war mit dem Rad weg, Bier holen.

Der Sandsackwall waren etwa 100 aufeinandergeschmissene Sandsäcke, die einen kleinen Berg von etwa einem Meter Höhe bildeten, den man völlig problemlos als kleinen Hügel ansehen könnte.

Die Maximalpuls-Strecke hat dann endlich mal das gehalten, was sie versprochen hat. Ein ständiges Treppauf Treppab und die Tatsache, dass sich das Feld endlich auseinanderzog, ließen meinen Puls in die Höhe schnellen und die angeregten Gespräche mit den Mitstreitern verstummten. Die Hoffnung auf ein ausgepowertes Finish wuchsen.

Die Kriechpassage derweil, folgte der Rohrschikane auf der Suche nach Bier und ward nicht mehr gesehen.

Das Baugerüst-Geflecht war ganz witzig, stellte aber für niemanden eine Herausforderung dar.

Nach den letzten Treppenstufen zur großen Elbstraße hinunter ging es über die Bretterschikane, eine ca. 1,80m hohe Bretterwand, die ich aufgrund meines Trainings problemlos überqueren konnte. Schließlich hatte ich für 2,60m trainiert. Für die weniger trainierten standen Helfer bereit, die eine Räuberleiter stellten.

Sehr spannend, aber mit einem knappen Meter Höhe und vielleicht zehn Metern Länge auch wieder wesentlich harmloser als angedroht erwies sich der Berg des Schreckens (die Autoreifen) als ein Spaß für Frau und Mann — da kam man sich näher und es ergaben sich die witzigsten Körperkonstellationen!

Der kurz darauf folgende Linienbus-Parkour bestand aus drei hintereinander aufgestellten HVV-Bussen, durch die man durch musste — bis auf den engagierten Busfahrer, der uns anfeuerte, eher langweilig.

Die größte Enttäuschung war die Doppel-Halfpipe (die übrigens nur eine Halfpipe war), vor der sich das Hauptfeld satte 45 Minuten staute! Ziel war es die Halfpipe hochzulaufen und auf der anderen Seite wieder hinabzurutschen. Die ewige Warterei ließ die Muskulatur auskühlen und wir fröstelten ein wenig. Das tat der Stimmung zum Glück keinen Abbruch und die TeilnehmerInnen feuerten sich gegenseitig kräftig an und halfen sich die Rampe hoch. Sogar einige der Finisher kehrten zurück und zogen und zerrten jeden, der versuchte die Halfpipe zu erklimmen, über die Kuppe.

Nachdem auch die Halfpipe hinter uns lag, überstiegen wir noch sechs nebeneinander stehende Autos (der Fuhrpark des Grauens) und kletterten die Treppe der tausend Tränen hinauf, die aus erbärmlichen vier Seecontainern bestand und binnen weniger Sekunden überwunden war.

Zieleinlauf. Aus die Maus.

UrbanAthlon: langweilig

Wenn man sich die Webseite zu Gemüte führt erscheint der UrbanAthlon als durchaus herausfordernd, stellt sich dann leider als sehr langweilig dar. Die Zeitmessung war aufgrund der langen Wartezeiten an den einzelnen Hindernissen für die Katz’ und übrig bleibt das ganze Drumherum, für das man den Lauf nicht mitmachen braucht.

Während des Rennens beobachtete ich trainierte Traceure, die enttäuscht den Kurs verließen und mein Highlight bestand darin, einer der schnellsten Läufer gewesen zu sein und einen bekannten deutschen Seifenopernschauspieler kotzen gesehen zu haben. Meine Laufleistung wird durch die Warterei vor den Hindernissen aber wieder neutralisiert. Ein ganz großes Dankeschön geht an die vielen und sehr engagierten Streckenposten und Helfer, die dem Lauf viel Spaß und gute Laune gegeben haben.

Da ich mich beim Wettkampf nun nicht so austoben konnte, wie ich es vor hatte, habe ich danach noch eine Runde um den Stadtpark gedreht und mich ausgepowert.

Alles in allem sage ich: danke, aber nicht wieder. Der UrbanAthlon mag etwas für scheintrainierte Men’s Health-LeserInnen sein, die mal das Gefühl haben wollen einen abenteuerlichen Lauf mitzumachen, für ambitionierte LaufsportlerInnen jedoch taugt diese Veranstaltung nicht. Sie kann ohne Verluste aus der jährlichen Laufplanung gestrichen werden.

Wie das UrbanCamp Hamburgs Freiwillige vernetzen möchte

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In Hamburg rührt sich etwas!
Diesen Herbst treffen sich engagierte Bürger gemeinsam beim UrbanCamp um Hamburger Initiativen ehrenamtlich zu helfen. Die im BarCamp-Format abgehaltene, dreitägige Veranstaltung ist als Idee aus den vielen Hamburger Socialbars entstanden, bei denen es immer viel Zulauf und anregende Diskussionen gab (die unvergessliche Socialbar mit Claudia Langer als Beispiel) aber stets zu wenig Zeit blieb um die Probleme der Initiativen mit konkreten Handlungen anzugehen.

Das Problem kennt auch die Ideenplattform Weltretter.org. Während viele Projekte akribisch geplant werden können, mangelt es oft an der Umsetzung.

Die soziale Evolution von BarCamps

Beim UrbanCamp kommen wir alle zusammen um zu Handeln!
Cem Basman erwähnte es in seinem Rückblick zum PolitCamp 2010 bereits:

Ich habe den Eindruck, dass wir nach den BarCamps ein weiteres Format finden müssen für die praktische Arbeit. Kein Camp, sondern vielleicht so etwas wie „Unarbeit“ als nächste Stufe zu „Unkonferenz“. Das Kennengelernte, das Lernen nun auch umzusetzen.

Es geht darum, gemeinsam von den Basislagern der BarCamps in die reale Welt zu ziehen und sie mit demokratischen Mitteln zu verändern und besser zu machen. In praktischen und konkreten Mikroprojekten anfangs. Mit allgemein bürgerverständlichen konkreten Missionen. Ich nenne es mal … SocialAction. Oder SocialMission. Oder BarWork. WorkLabs. Gerne weitere Vorschläge dazu.

Anfang Juni dann trafen sich schon viele soziale Aktivisten beim ersten Hamburger Carrotmob und haben gezeigt, dass es menschliche intelligente Schwärme gibt und man gemeinsam wirklich etwas bewegen kann.

Konzept des UrbanCamps

Beim UrbanCamp werden viele verschiedene Projekte sozialer Initiativen tatkräftig unterstützt.
Statt Schwafel- und Gadget-Sessions oder Powerpoint-Karaoke schwärmen die BarCamper in kleinen Gruppen in die Hansestadt aus um mit den Initiativen kleine Projekte umzusetzen und weiter nach voran zu bringen.
Die Planung welche Initiativen unterstützt werden erfolgt als klassische BarCamp-Sessionplanung, wobei sich interessierte Initiativen selbstverständlich schon vorher melden und vorstellen können.
Die Planung des BarCamps findet ganz klassisch bei Mixxt statt und die Gruppe steht schon jetzt jedem offen!

Das UrbanCamp möchte die Frage “wieso tut da niemand was?” objektiv beleuchten und Lösungsvorschläge erarbeiten, die auch gleich praktisch ausgeführt werden.
Nach einer Manöverkritik werden in kleinen Sessions tagsdarauf die nächsten Schritte und neue Ideen für die Initiativen erarbeitet und das UrbanCamp endet gemütlich bei kleinen Snacks, ein paar Drinks und gegenseitigem Netzwerken.
Während Initiativen hier die Möglichkeit haben neue freiwillige Helfer zu finden und Projekte, die sonst nicht so gut voran kommen weiter zu treiben, ist es die Chance für alle Interessierten sich über spannende Projekte in der Heimatstadt zu informieren.
Und vielleicht wächst ja die Lust, sich dauerhaft ehrenamtlich zu engagieren.

Und es geht weiter

Man nehme das Beste aus Weltretter.org, der SocialBar Hamburg und dem UrbanCamp, vermischt alles mit einem buten Quirl und nennt es dann: Hometown Glory. Wer wissen möchte, was ein sozialer Abenteuerurlaub in einer Großstadt sein kann, sollte sich das neue Hamburger Startup mal genauer ansehen. Dort wird der Gedanke des UrbanCamps professionell weitergetragen und die erste, kostenlose Tour findet schon im Juli statt.

Jetzt mitmachen! Für ein Hamburg das lebtund rockt!

Das UrbanCamp findet vom 3. bis 5. September im Werkheim Hamburg statt und als Mitglied des Orgateams stehe ich euch für alle Fragen und Anregungen zum UrbanCamp Rede und Antwort. Wenn ihr noch tolle Ideen habt, immer her damit! Entweder hier in die Kommentare oder zu mir per E-Mail :)

Und es geht los

Nachtrag, Montag, 9. August 2010: Die Anmeldung für das UrbanCamp ist seit heute freigeschaltet.
Es stehen zwei Veranstaltungen zur Verfügung:

  1. Freitag zum Kennenlernen und zur Sessionplanung und Samstag mit dem Aktionsvormittag und den Sessions
  2. Sonntag mit Sessions und gemütlicher Abschlussrunde

Anmelden könnt ihr euch hier: urbancamp.mixxt.de

Interview mit Jakob von Üxkuell

Ein Kommentar

Foto: Jann Wilken

Foto: Jann Wilken

Inka Schneider, Moderatorin beim NDR, hat am 4. Mai 2010 den Begründer des alternativen Nobelpreises und Initiator des Weltzukunftsrats Jakob von Üxkuell im KörberForum Hamburg zur Themenreihe “Die Beweger” befragt und ich war als Vertreter von Weltretter.org dabei und habe Herrn von Üxkuell auch eine brisante Frage gestellt; aber dazu später mehr.

Filmvorführung als Einstimmung

Als Einstieg in das Interview und die anschließende Diskussionsrunde wurde ein kurzer Portraitfilm von Jakob von Üxkuell vorgeführt, in dem bereits viele Punkte angerissen wurde, die wir im Interview vertieften.

Dabei wurde im Zusammenhang des alternativen Nobelpreises vor allem auf die daraus entstandene Gründung des Weltzukunftsrats eingegangen.

Ein Zitat von Üxkuell, welches im Film gefallen ist, möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben, da es meiner Meinung nach die Kernproblematik vieler kleinerer Initiativen anspricht und dem sich Weltretter.org in besonderer Weise widmet:

It’s easy to have vision, but even visions need timetables.

Auf Weltretter.org tummeln sich Leute mit guten Ideen und die Plattform hilft ihnen ihre Projekte zu organisieren und Helfer für die Umsetzung zu finden. Tut also genau das: Visionen einen Fahrplan an die Hand geben.
So ist es nicht verwunderlich, dass Jakob von Üxkuell mich bereits mit diesem Satz in seinen Bann zog.

Kopenhagen war vergebens

Das an den Film anschließende Interview startet mit einem knackigen Thema: der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen (COP15) und einer sehr einleuchtenden Aussage Üxkuells und den Hinweis auf eine Fehlannahme:

“There’s no unlimited growth on a limited planet.”

Üxkuell weist darauf hin, dass der Tipping Point, an dem wir unsere Probleme nicht mehr in den Griff bekommen können, kommen wird und Kopenhagen zu unspektakulär und irrelevant war und somit in letzter Konsequenz leider unbedeutend geblieben ist.
Er kritisiert die Initiativen und NGOs, die die COP15 besuchten und brav wieder verließen ohne überhaupt eingelassen worden zu sein und forderte mehr Engagement und Einsatz seitens der entsprechenden Organisationen.
Kopenhagen hatte Potential gehabt, es aber nicht ausgenutzt.

Right Livelihood Award/Alternativer Nobelpreis

Foto: Jann Wilken

Foto: Jann Wilken

Inka Schneider fragte ihn über seine Motivation zur Begründung des alternativen Nobelpreises; schließlich ist der Nobelpreis eine angesehene Auszeichnung und so könnte es verwundern, dass jemand, quasi als Protestaktion, eine Alternative hierzu ins Leben ruft.

Jakob von Üxkuell begründete den alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) 1980 als Intervention gegen die Einführung des Nobelpreises für Ökonomie bei gleichzeitiger Verweigerung der Nobelstiftung für die Schaffung eines Nobelpreises für Ökologie und Entwicklung. Üxkuell finanzierte den alternativen Nobelpreises in den ersten Jahren mit seinem Beruf als Briefmarkenhändler.

Zunächst fand sein Preis kaum Beachtung und wurde sogar als terroristischer Akt und Boykottaktion missinterpretiert. Erst fünf Jahre später war der Preis so weit bekannt, dass ihm angeboten wurde die Verleihung im schwedischen Reichstag abzuhalten. Seit dem findet dort jährlich die feierliche Preisvergabe statt.

“Wenn man das was man tut, fünf Jahre lang durchhalten kann, hat man es geschafft.”

Mitte September diesen Jahres findet in Bonn übrigens die Jubiläumsfeier zum 30-jährigen Bestehen statt.

World Future Council/Weltzukunftsrat

Besonders interessant fand ich Üxkuells Vorgehensweise mit der Installation des Weltzukunftsrats.
Es gibt Probleme die wir nicht lösen können, aber solange wir es können, wieso sollte wir es nicht tun?“, fragt Üxkuell provokativ und weist darauf hin, dass wir Europäer einen entscheidenden Teil am heutigen Problem tragen. Niemand auf der Welt trägt so viel Schuld am Leiden und Elend in der Welt wie die Bewohner der Industriestaaten.

Dieser Gedanke deprimiert, aber sogleich schöpft Üxkuell daraus neue Hoffnung und zeigt Lösungswege auf; denn: wer der größte Verursacher eines Problems ist, hat auch die Macht überproportional viel für die Lösung zu tun! Und damit trifft es jeden Einzelnen von uns! Wir tun überproportional viel, wenn wir das Wasser beim Zähneputzen abdrehen, einen Backstein in die Klospülung tun und unsere StandBy-Geräte abschalten. Weil wir es können. Wir haben die Kraft und die Macht dazu!

Doch mit dem World Future Council geht Üxkuell das Problem von oben an und versucht mit seiner Organisation direkt politische Entscheidungsträger zu beeinflußen Gesetze zu erlassen, die unsere Welt in eine bessere Verändern.

“Gesetze bewegen nicht das Herz, aber sie behindern die Herzlosen.” Martin Luther King

Diesem Motto folgend geht der Weltzukunftsrat systematisch mit eigens dafür erstellen Webseiten auf Parlamentarier zu um so viele Gesetzesänderungen in möglichst vielen Ländern zu bewirken, dass internationale Regelungen notwendig werden.

Die Wirtschaftskrise

“Wir sind nicht so Reich wie wir dachten und das, was wir noch haben, geht zu Lasten Anderer und der Umwelt.”

Üxkuell fordert eine grundlegende Umwälzung des bestehenden Steuersystems und als ersten Schritt eine Umstellung auf Besteuerung von Ressourcen um die Belastungen rechtschaffend zu verteilen. Unser Verhängnis sei “der Fehler des erfolgreichen ersten Schrittes”. Nur weil der erste Schritt in diese Richtung funktionierte, und gut war, bedeutet es nicht, dass die weiteren Schritte ebenfalls funktionieren und gut sind.
Dieses Phänomen stammt eigentlich aus der Physik, lässt sich aber gut auf andere Bereiche, wie in diesem Fall die Ökonomie, anwenden.

Weltretter.org befragt Jakob von Üxkuell

Foto: Jann Wilken

Foto: Jann Wilken

Im Laufe des Interviews hat Herr von Üxkuell gelegentlich aus dem Nähkästchen geplaudert und ist unter Anderem auch auf den Konkurrenzkampf der unterschiedlichen Hilfsorganisationen (World Vision versus Plan International, etc.) eingegangen, erwähnte aber auch ehrenamtliche Helfer, die vom Staat quasi daran gehindert wurden ihre Hilfe anzubieten.

Ich habe bei meiner Arbeit als Vertreter von Weltretter.org schon oft mit genau dieser Konfliktsituation zu tun gehabt. Das liegt vor allem daran, dass die Plattform sich mit dem Slogan “Jeder kann helfen” gezielt an Einzelpersonen oder kleine Initiativen richtet, die sich nicht den großen NGOs unterordnen können oder möchten.

Meine Frage an Jakob von Üxkuell lautete also:

“Wenn jemand eine Idee hat, die Welt zu verbessern, soll er sich dann lieber einer großen Organisation anschließen und durch Geld-, Sach- oder Leistungsspenden zur Zielerreichung dieser Organisation beitragen oder soll diese Person selbst Mitstreiter suchen und sich daran wagen seine Idee selbst in die Tat umzusetzen?”

Jakob von Üxkuell antwortete ausführlich und differenziert auf die Frage und konstatierte, dass Menschen mit Ideen weise vorgehen sollten und die Idee nur weiter verfolgen sollten, wenn sie mit Leidenschaft bei der Sache sind, da der Kampf für ihre Idee viel Energie kostet. Findet diese Person seine Idee in einer bestehenden Initiative oder Organisation wieder, spricht nichts dagegen sich direkt an die entsprechende Einrichtung zu wenden und Unterstützung anzubieten.
Oft ist jedoch so, dass die eigene Idee eben von keiner großen Organisation umgesetzt wird und man alleine da steht. Findet man keine Unterstützung, glaubt man aber noch immer an die IDee, so Üxkuell, soll man sich alleine daran machen die Welt ein Stück zu verbessern.
Dabei verweist er auf strukturiertes Vorgehen, wie es bei weltretter.org der Fall ist und auf seine Gründung des alternativen Nobelpreises:

“Wenn man das was man tut, fünf Jahre lang durchhalten kann, hat man es geschafft.”

Frühling mit Pannekoeken eten

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Du betrittst einen Hamburger Altbau: hohe Decken, Kronleuchter und mächtige Sitzmöbel laden zum Verweilen ein.  Bereits im Foyer begrüßt Dich der frische Duft warmer Pfannkuchen, original holländischer Pannekoeken und Du betrittst den Salon.
Ein großer Esstisch mit reichlich Platz und bereits gestapelten Pfannkuchen steht direkt vor dem großen Fenster. Aus der Küche dringen Geräusche umtriebiger Geschäftigkeit – es wird gekocht.

Ein gemütliches Mahl mit Freunden

Du hilfst flugs dabei den Tisch mit den restlichen Zutaten für die Pannekoekenviering zu decken; Nutella, Zimt & Zucker, Apfelmus, Zuckerrüben- und Ahornsirup richtest Du auf dem Tisch an.

Alle nehmen Platz, bedienen sich bei den Getränken und die orignal holländischen Pannekoeken werden, noch warm und frisch aus der Pfanne, hereingetragen.

Als die Sonne durch die Jalousien blinzelt, lässt sich der nahende Frühling bereits erahnen und die Laune ist fröhlich und beschwingt. Heute gibt es keinen Kummer, heute gibt es Pannekoeken.

Der Frühling hat begonnen

Jetzt gibt es keine Zweifel mehr; bei quirligen Gesprächen und schnellen Tehmenwechseln ist deutlich zu spüren, dass das Jahr an Fahrt aufgenommen hat und uns nach dem sehr kalten und langanhaltenden Winter (den wir bereits bestmöglich auskosteten) ein wunderbarer Frühling erwarten wird.

Jetzt ist auch die Zeit, sich seine zu Jahresanfang aufgestellten Absichten und Pläne noch einmal vor Augen zu führen.

  • Ist es immer noch das was Du machen möchtest?
    Du kannst Deinen Plan jederzeit ändern und an aktuelle Gegebenheiten anpassen.
  • Sind die Pläne konkretisiert?
    Du solltest Dir genau vorstellen können, wie Dein Leben aussieht, wenn Du Dein Vorhaben umgesetzt hast.
  • Hast Du schon die nächsten Schritte dazu im Sinn, oder besser noch: notiert?
    Überlege Dir, was als nächsten passieren müsste, damit das Projekt einen Tick weiter kommt.
    Denke dabei nicht zu kompliziert, denke kleinschrittig!
  • Bist Du ausgeruht und hast Du Kräfte sammeln können um es durchzuziehen? Ist Dir die ungefähre Marschrichtung bekannt und kannst Du Dich damit identifizieren?
    Kurzum: bist Du bereit?

Denn jetzt geht es los!

Laufe, renne, sprinte! Sei fokussiert auf Deine Ziele und schaue nicht nach rest oder links. Früher oder später wirst Du Mitstreiter finden und spüren, dass Du das Richtige tust!

Und falls Du besser beim Essen nachdenken kannst, hier das Rezept:

Rezept für original holländische Pannekoeken

  • 250 g Mehl
  • 20 g Hefe
  • 400 ml Milch
  • 1 EL Vanillezucker
  • 2 Eier (Größe M)
  • 2 Prisen Salz
  • 4 Teelöffel Sonnenblumenöl

Die Zutaten gut verrühren und in einer Pfanne eher dünn und mit wenig bis gar keinem Öl (je nach Pfanne) ausbraten – fertig!

Vom Geschichtenerzählen

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Wir alle hören gerne die Geschichten, die uns jeden Tag erzählt werden. Von Kollegen, Freunden und Verwandten oder aus Zeitungen. Alltagsgeschichten sind die Highlights des Lebens, wie sie nur das Leben selbst schreiben kann.

Unser Leben definiert sich durch die Geschichten, die wir aus ihm machen.

Sie heben das hervor, was uns bewegt, uns antreibt und motiviert – jeden Tag wieder auf’s Neue.
Geschichten sind es, nach denen wir dursten, wenn wir unseren Einkaufswagen träge durch die langgezogenen Gänge des Supermarkts schieben – passiert gleich vielleicht etwas Aufregendes?
Dieses schwammig-undefinierte “Aufregende” muss dabei kein filmreifes Ereignis sein; wir hungern nur nach etwas das unseren Alltag aufbricht und etwas Bemerkenswertes schafft in der Einöde der Routine.
“Remarkable” ist der englische Begriff dafür, der genau das beschreibt, wonach wir streben.

We all strive for a remarkable life.

Der Regisseur Tim Burton schuf mit der Wallace-Verfilmung “Big Fish” ein Meisterwerk des Geschichtenerzählens. Zwei Sichtweisen erzählen eine Geschichte: eine fabelhafte Welt voller Abenteuer & Wunder und das gewöhnliche Leben eines durchschnittlichen Menschen, laden zum Träumen auf dem weiten Feld dazwischen ein.

Der Film regt zum Nachdenken über das eigene Leben an. Unser Alltag erscheint uns oft trist und trüb, berechenbar und geplant; geradzu vorherbestimmt. Doch das liegt nur an unserer Sichtweise darauf, unserer selbsterfüllenden Prophezeiung der Einöde. Jeden Tag passieren uns außergewöhnliche Dinge, mal scheinen sie uns klein und unwichtig zu sein, manche dagegen drängen sich in den Vordergrund; aber in allen steckt das Potential einer aufregenden Geschichte.

Ein Beispiel unterschiedlicher Sichtweisen

Ich möchte euch eine Geschichte erzählen, geschildert aus den beiden eben bescriebenen Sichtweisen:

trist, trüb & unwichtig:

Ich stehe am Fenster und blicke auf die Straße als zwei Autos vorfahren. Die Fahrer steigen aus, begrüßen sich und jeder geht zu seinem Kofferraum. Beide kommen mit großen, blauen Tüten zurück, tauschen sie aus, laden sie wieder ein, verabschieden sich und fahren davon.

fabulös, ungewöhnlich & aufregend:

Ich stehe am Fenster und blicke auf die kleine Hamburger Nebenstraße, in der ich wohne, als zwei Autos vorfahren. Teure Limousinen, schwarz mit getönten Scheiben. Die Fahrer steigen aus. Beide tragen Anzüge und schwarze Lederhandschuhe. Sie begrüßen sich förmlich und gehen zurück zum Kofferraum. Ich schiele schräg auf die Kennzeichen der Wagen. Beide kommen aus Karlsruhe. Jeder kommt mit einem gut gefüllten, blauen Müllsack zurück, die sie austauschen. Sie schauen sich kurz um, schütteln sich die Hände und steigen wieder ein. Verlassen die Straße in unterschiedliche Richtungen. Ich bleibe zurück und starre noch eine Weile verwundert auf den Ort des Geschehens.

Nüchtern die eine, mysteriös die andere Geschichte.
Dasselbe Ereignis geschildert aus unterschiedlichen Sichtweisen. Beides hat sich exakt so zugetragen, ich habe nichts hinzugedichtet. Dennoch erscheint uns die zweite Erzählung der Ereignisse deutlich spannender und lässt mehr Spielraum für Spekulationen offen.
Niemand würde mir lange zuhören, wenn ich die erste Sichtweise schildern würde, doch die Zweite ist fesselnd und lässt fragende Gesichter zurück. Eine Diskussion über den Inhalt der Beutel könnte entbrennen und wilde Verschwörungstheorien offenbaren.

Solche Dinge passieren jeden Tag.
Meistens übergehen wir sie, ja nehmen sie gar nicht wahr.
Doch haben wir immer die Möglichkeit, sie zu sehen.

"Generation Upload" vs. Offliner

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Ich bin schon weit über zehn Jahre online.
Erst noch in Internet Cafés, später mit dem eigenen Modem, dann ISDN und endlich DSL.
Als ich meine erste 786 KBit/s-Leitung mit Flatrate liegen hatte veränderte sich mein Leben signifikant und das virtuelle Leben (so nannten wir es damals noch) nahm schnell an Fahrt auf.

Während man sich früher noch zum Telefonieren (am Festnetzanschluss) verabredete und einmal am Tag nach E-Mails schaute – manchmal auch zweimal, bekomme ich heute meine E-Mails in Echtzeit auf’s Handy gepushed.
Auch Tweets, Neuigkeiten bei Facebook, Xing oder anderer Netzwerke erreichen mich nur wenige Sekunden, nachdem sie abgeschickt wurden. Wenn einer meiner Freunde in der selben Bar sitzt wie ich, informiert mich mein Handy darüber.
Meine Bankgeschäfte erledige ich von der Badewanne aus und kaufe und verkaufe meine Wertpapiere in der U-Bahn, während ich zur nächsten TwittNite fahre.

Ich kommuniziere mit meinen privaten und geschäftlichen Kontakten über SMS, Twitter, Facebook, Xing, Instant Messaging (ICQ, Skype, Jabber, whatever), Foursquare, Gowalla, Qype, Blip (sowie zahllose weitere soziale Netzwerke) und bin Mitglied in einem Sportnetzwerk bei dem ich sehen kann, wer gerade auf meiner Lieblingslaufrunde unterwegs ist.
Und wenn ich doch einmal telefonieren muss, dann machen wir schnell eine Telefonkonferenz um einen Treffpunkt auszumachen.

Als User in dieser web 2.0-Welt macht man sich freiwillig zum gläsernen Bürger – ganz unabhängig davon, ob Google nun weiß welche Feeds ich lese und wer mir E-Mails schreibt, teile ich mit nahezu beliebig vielen (fremden!) Menschen mein Leben. Meine Followerschar bei Twitter ist groß und ich kenne sicher nicht einmal 10% dieser Leute, dene ich täglich mitteile wie es mir geht und womit ich mich beschäftige.

All diese Technologien sind so selbstverständlich in unser Leben verwoben, dass wir ohne nachzudenken morgens, noch im Bett liegend, den ersten Tweet abschicken, uns über die neuesten Geschehnisse informieren und nach E-Mails schauen.
Wenn wir auf dem Weg zur Arbeit sind, checken wir mit Foursquare oder Gowalla bei unserem Stammbäcker ein und freuen uns über Punkte, Badges und kleine Icons von Bäckermützen, die wir mit unseren Kontakten teilen können.
Wenn wir unseren Anzug aus der Wäscherei abholen und dort, selbstverständlich, einchecken stellen wir fest, dass unser Kollege gerade beim Bäcker ist, wo wir ihm vor zehn Minuten das letzte Franzbrötchen vor der Nase wegkauften und er nun seine schlechte Laune per API an Twitter, Facebook und Friendfeed verteilt.

All diese Abhängigkeit fällt uns nicht auf – schließlich sind unsere Kontakte genauso drauf. Die Generation Upload ist ein erhabener Haufen Freaks mit Profilneurose, der jedem alles mitteilen muss.
Psychologen bezeichnen sowas gerne als histrionische Persönlichkeitsstörung.

Wir sehen uns hingegen höchstens als sozial exhibitionistisch veranlagt – aber das macht es nicht besser.

Auffallen tut das immer, wenn wir auf Offliner treffen. Jene Menschen, die jeder in seinem Freundeskreis hat, über die aber niemand gerne spricht.
Ohne, dass wir das wirklich aktiv tun würden, werden sie von uns ausgegrenzt.

Offline & Online

Ich war auf einer Offline-Veranstaltung, die ich durch Livetwittern online begleiten wollte und unterhielt mich gerade mit einer Gruppe Offliner als sich jemand zu uns gesellte und mich ansprach:

“Hahaaa! Ich find’ Dich ja sooo witzig!”

“Freak, Gestörter, wer bist Du? Was willst Du?”, dachte ich und fühlte mich auf einen Schlag unwohl. Zögerte und musterte ihn ausführlich.
Wer er war?
Einer meiner Follower.

Als wir uns etwas mehr unterhielten, fiel mir ein ihn auch schon beim BarCamp Hamburg und anderen Netz-Veranstaltungen gesehen zu haben.

In seltsamer Erinnerung ist mir dieses Ereignis dennoch geblieben, symbolisiert es doch die immer noch allgegenwärtige Trennung von Offline- und Onlineleben.
Doch ist diese Trennung nicht mehr sinnvoll, denn die Grenze ist fließend und die beiden Leben verschmelzen teilweise erheblich.

Und dann kam das nächste Erlebnis:

Offline vs. Online

Ich war zu Besuch bei einem alten Kumpel aus meinem Heimatort und in seinem Wohnzimmer fiel mir ein herumliegender, angeschlossener Router auf, der aber abgeschaltet war. Verwirrt frug ich nach, was es damit auf sich habe und verdutzt antwortete er nur, dass sei sein Router gerade aus wäre, weil er offline sei.

“Waaas?! Du bist zu Hause aber Dein Computer ist aus?!”, stieß es aus mir heraus und er bejahte es verwundert.
Ich überging diese Eigenart (jeder hat ja so seine Macken) und wir klönten gemütlich weiter als ich eine E-Mail ansprach, die ich ihm vor etwa zwei Wochen zusandte – er hatte sie noch nicht gelesen.

Er hat keinen Facebook- oder Xing-Account, noch nicht einmal StudiVZ und ist erst recht nicht bei Twitter – von Foursquare o.ä. ganz zu schweigen.

Und er vermisst es nicht.

Ich schrieb von da an meine Tweets auf dem Klo und mir ging durch den Kopf, wie seltsam es doch ist mit Offlinern zusammen zu sein. Von dem Moment an fiel mir auf, wie viele Offliner doch in meinem Freundeskreis sind und wie wenig ich über sie weiß. Es ist schwierig überhaupt etwas über sie herauszufinden: man muss sie anrufen und nachfragen. Kein RSS-Feed, den ich einfach abonnieren könnte um auf dem neuesten Stand zu bleiben, keine Push-Nachrichten oder Foursquare-Logs.

Wir sind eine Gesellschaft, aber keine Gemeinschaft.

Besonders stach das hervor, als ich meinen alten DVD-Player, der einige Macken hat und nicht mehr alles abspielt (aber durchaus noch zu gebrauchen ist), zum Umstonstladen in Hamburg-Altona brachte.
Dort gibt es einen Tisch, auf dem alle Neuzugänge abgelegt, von den Mitarbeitern gesichtet und wegsortiert werden, doch mein DVD-Player lag keine zwei Minuten dort, da beäugte ihn bereits eine Dame und frug mich dazu aus:

Sie (dreht und wendet das Gerät): “Was ist das?”
Ich: “Ein DVD-Player zum Videoschauen. Der funktioniert noch, spielt aber keine DivX und VCDs mehr ab. Aber DVD geht noch.”
Sie (klappt die Abdeckung auf und fummelt am Laufwerk rum): “Ah, Kassette?”
Ich: “Nein, DVDs, diese flachen Scheiben so ähnlich wie CDs.”
Sie: “Ah, Musik!”
Ich: “Ja, Musik- und MP3-CDs kann er auch wiedergeben.”
Sie (murmelnd den DVD-Player in ihren Hackenporsche einladend): “Musik! Musik! Musik!”

Verwirrt dreinschauend stand ich da, während sie mit dem DVD-Player davonschob und machte mir Sorgen, ob sie das Gerät überhaupt angeschlossen bekommt.
Dann ging ich nach Hause, las unterwegs Tweets, checkte bei meinem U-Bahnhof ein und bootete von unterwegs schonmal den Rechner zu Hause. Dort angekommen ließ ich mich auf mein Sofa fallen, startete vom Handy aus den MP3-Player meines Rechners und lauschte der per WLAN gestreamten Musik im Wohnzimmer während ich nachdenklich meinen neuen DVD-Player betrachtete.

Ich glaube nicht, dass die Dame mit dem neuen DVD-Player weiß was Twitter ist oder ob sie überhaupt eine E-Mail-Adresse hat geschweige denn, dass sie eins von beidem brauchen oder vermissen würde.

Während wir wie selbstverständlich mit all diesen Diensten jonglieren gibt es eine große Menge von Menschen, die weit entfernt davon sind überhaupt in die Nähe davon zu kommen.
Wenn die MediaSaturn-Gruppe wieder DVDs für € 4,99 raushaut, gibt es heute noch Menschen, die überhaupt nicht wissen was DVDs sind, während wir doch innerlich schon wieder nach dem nächsten Stern, der Blu-ray, streben.

Ist all das wirklich nötig? Müssen wir early adopters immer das neueste Gadget benutzen während andere noch nicht einmal die Technologie von gestern kennen?

Auf Facebook gibt es mit dem Cause “Stick with last year’s model” einen Gegentrend dazu. Dort wird aufgerufen aus Umweltschutzgründen sein altes Handy weiter zu benutzen, statt unnötig viel Müll durch ständig wechselnde Modelle zu produzieren.

Doch gibt es auch gesellschaftliche Gründe dafür, langsamer voranzurücken und der Technologie Zeit zu geben durchzusickern?
Wäre es nicht schön, wenn das Wissen über aktuelle und neue Technologien schneller in allen Schichten unserer Gesellschaft ankommen würde?

Eine Utopie?

Simplify

Es gibt einen weiteren Gegentrend, der auf den gesellschaftlichen Einfluss abzielt: die Simplify-Bewegung.
Simplifier sind Vereinfacher, die versuchen ihre Welt zu ent-knoten, ent-stressen und ent-schleunigen.
Dabei bedeutet das nicht Konsumverzicht, sondern lediglich bewusstes konsumieren.

Sei Dir bewusst, was Du tust.
Frage Dich, ob Du diese Anschaffung brauchst. Macht sie Dein Leben signifikant einfacher? Wieso brauchst Du es überhaupt? Gibt es eine andere Möglichkeit das Problem zu lösen? Kannst Du es vielleicht gebraucht erstehen?

In späteren Artikeln möchte ich dieser Bewegung gerne etwas mehr auf den Grund gehen.
Vielleicht ist sie nicht so utopisch, wie sie aussieht und vermag es uns ermöglichen bewusster mit den modernen Werkzeugen umzugehen und offener und toleranter denen gegenüber zu sein, die ihrer nicht mächtig sind.

Laufen im Winter

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Freaks, Geeks und Nerds sind Sportmuffel. Absolute Couchpotatoes. Und genau deshalb führte ich Ende April 2009 ein Experiment in meinem Blog “Support Real Life” und durch startete eine Sportaktion für Freaks, Geeks und Nerds in dem ich ihnen die Grundsportart Laufen näher brachte.

Was ist so schön am Laufen?

Jeder, der gehen kann, kann auch laufen.
Und für das Laufen braucht man kein teures Zubehör: eine Jogginghose, ein altes Shirt und ein paar Sportschuhe sind alles was man für den Anfang braucht. Die Aktion lief ganz langsam mit nur minutenlangen Läufen an und steigerte sich binnen zwei Monaten Schritt für Schritt auf eine halbe Stunde Ausdauerlauf.

Das hat mir selbst so gut gefallen, dass ich dabei blieb und zumindest bei schönem Wetter weiter munter durch den Wald lief.

Laufen ist…

  • …Entspannung
    man trabt völlig ruhig durch den Wald und kann die Gedanken einfach ziehen lassen, beobachten wie ein Gedanke den Nächsten ablöst und kann so selbst vom stressigen Alltag loslassen.
  • …Unterhaltung
    wenn man in der Gruppe läuft wird der neueste Tratsch ausgetauscht oder man amüsiert sich über den Laufstil passierender Läufer.
  • …ein Naturerlebnis
    Laufen ist eine Draußensportart. Man läuft durch Wälder, Parks oder um Seen hat so immer frische Luft in den Lungen und ist umgeben von Natur – kann mal wieder in Ruhe in den Himmel schauen und sich erden.
  • …einfach
    kein teures Zubehör, keine Öffnungszeiten, keine komplizierten Trainingspläne: einfach laufen.
  • …Sport
    und so ganz nebenbei verbrennt man noch Kalorien und stärkt den wichtigsten Muskel des Körpers: das Herz.

Mein Vorsatz beim Laufen lautet, nur so lange zu laufen, wie ich Spaß daran habe und ich alle der oben genannten Faktoren spüre. Wenn ich den Spaß verliere, höre ich auf.

Mit zunehmend schlechterem Wetter im Herbst hatte ich so ganz nebenbei meinen ersten Matschlauf: man stolpert im Halbdunkeln über durchgeweichte Waldböden und stapft mit nassen Füßen, gern auch bei Regen, durch knöcheltiefe Pfützen.
Überraschenderweise fand ich Gefallen daran durch Modder zu laufen und so blieb ich auch im Herbst dabei.

Mit dem Tiefdruckgebiet Daisy fiel dann seit Jahren mal wieder ein richtiger Winter in Deutschland ein: kniehohe Schneeverwehungen, fluchend rutschende Autofahrer, ausfallende Flüge, Bahnlinien und Heizungen, Schneefrei in Schulen und Kindergärten usw…
Da beschloss ich das Laufen im Winter sein zu lassen und ging nur aus Neugierde zu meinem wöchentlichen Lauftreff. Doch, was musste ich feststellen? Es fehlten nur zwei Leute – und so liefen wir dennoch.
Über eine frisch gefallene Schneedecke liefen wir zwischen den fallenden Flocken hindurch und die Schneeflocken, die uns trafen, schmolzen sanft auf unseren roten Wangen.

Laufen im Wandel der Jahreszeiten

Selbst Laufen im Schnee ist schön, so hat jede Jahreszeit ihre Vorzüge:

  • Frühling
    die ersten warmen Sonnenstrahlen brechen durch die sprießenden Baumkronen und man spürt den festen Waldboden unter sich. Leicht fröstelnd startet man den Lauf und schwitzt am Ende ein wenig.
  • Sommer
    Es ist heiß und leicht bekleidet startet man mit vielen anderen und muss ihnen ständig ausweichen. Der Park ist voller Läufer, Spaziergänger und anderen Sonnenhungrigen. Man rennt durch das Wetter beflügelt über weichen Waldboden, der beim Aufsetzen leicht staubt und ist froh, wenn die Zeit rum ist, damit man endlich kalt duschen kann.
  • Herbst
    die Zeit der Matschläufe. Bei Nieselregen stapft man mit festem Tritt durch Knöchelhohe Pfützen, bespritzt sich mit Modder und spürt wie die warmen Füße das Wasser in den Schuhen verdunsten. An kalten Tagen dampfen die Füße und nach einem heißen Bad lässt man sich zufrieden ins Bett fallen.
  • Winter
    Frierend startet man dick eingepackt zum Lauf. Auf den ersten Kilometern beisst die Kälte in den Lungen und man spürt seine Zehen nicht. Nach einiger Zeit ist der Körper warm und man genießt das Knirschen des Schnees unter den Füßen, steigert die Laufgeschwindigkeit bei einer spontanen Schneeballschlacht und gegen Ende hat sich der Körper so aufgehitzt das man nackt einen Schneeengel machen könnte ohne zu frieren.
    Ein kühles Vollbad später genießt man den heißen Tee danach und freut sich auf den nächsten Lauf im Schnee.

Wer jetzt noch keine Lust auf’s Laufen hat, sollte es einfach mal probieren! So wie hier.

Ein Ort an dem nur das passiert, was man sich wünscht

Ein Kommentar

Johannes Vortmann/pixelio.de

Australien.

Kaum ein Fleck auf dieser Erde der weiter entfernt von dem unsrigen ist.
Und kaum ein Ort, der von uns Europäern mehr mystifiziert und als bessere Welt glorifiziert wird wie das weit entfernte „down under“.
Wen wundert es da, wenn Heerscharen das unbekannte Land auf der anderen Seite der Welt erkunden wollen; auf der Suche nach dem eigenen Glück und insgeheim auch dem eigenen Selbst.

Der perfekte Ort also, um Maurice Sendraks Kinderbuch „Wo die wilden Kerle wohnen“ zu verfilmen:

„es sollte ein Ort sein, an dem nur das passiert, was man sich wirklich wünscht.“

Die Geschichte beginnt

Der kleine Max entflieht dem komplizierten Zuhause, mit all seinen Regeln und Konventionen, denen er sich unterordnen muss und landet in der Welt der Monster. Sie krönen ihn zum König, weil er ihnen verspricht die Traurigkeit und Einsamkeit, unter der sie leiden, wegzumachen.

Max krempelt die Welt der Monster völlig um und mit kindlicher Naivität erschaffen sie alle gemeinsam etwas Neues, noch nie dagewesenes! Eine riesige Festung, mit unterirdischen Gängen und einer Aussichtsplattform. Einen Platz, der für alle da ist; da sein sollte.

Doch während der Bauarbeiten kommen die, durch die Beschäftigung verdrängten, Zweifel und Probleme der Charaktere zum Vorschein und brechen aus.
Es gibt Streit, Gehässigkeiten und Gewalt. Die Situation ähnelt der, der Max sich Zuhause gegenübergestellt sah und Max beginnt zu verstehen…

Du kannst Dich verstecken, weglaufen, ablenken – früher oder später wirst Du Deinen Problemen gegenüber stehen und Dich mit ihnen beschäftigen; sie vielleicht sogar lösen.

  • inside all of us is…fear
  • inside all of us is…hope
  • inside all of us is…adventure
  • inside all of us is…a wild thing

Was hat sich geändert?

Die Geschichte endet, wie sie angefangen hat.
Aber etwas ist doch anders.
Max hat verstanden, dass er vor seinen Problemen nicht weglaufen kann, weil sie in ihm drin sind und sie ihn überall hin begleiten werden.

Stellt er sich seinen Ängsten? Wir wissen es nicht. Der Film hat ein offenes Ende – so wie das Leben selbst.

…und zum Abschied sag' ich leise: scheise.

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2009 hat es dahingerafft. Es ist vorbei.

Neues Spiel Jahr, neues Glück? Ich glaube nicht.
Wir sind alle unser Glückes Schmied und darauf zu warten, dass 2010 besser wird als das Jahr davor, also passiv auszuharren auf dass uns jemand heimsucht, etwa so wie die Heinzelmännchen des Nachts den Abwasch machen, wird nicht funktionieren.

Wenn wir möchten, dass 2010 eine Verbesserung darstellt, müssten wir uns hinsetzen und alle Defizite und Fehler aus 2009 auflisten und konkrete Gegenmaßnahmen dazu ausarbeiten. Müssten, wie gesagt; denn es geht auch anders.

Woran glauben wir?

Unser Glaube kann Berge versetzen. Und wenn wir uns etwas ganz fest wünschen, dann passiert das auch. Dem Zweiohrküken sind große Ohren zum Fliegen, ähnlich wie Dumbo, gewachsen und vielleicht gehen auch unsere Wünsche in Erfüllung wenn wir nur ganz fest daran glauben. Wer glaubt daran?

Als Til Schwieger beim HappyEnd eine einzelne Träne die faltige Wange hinunterrann und sein Wunsch in Erfüllung ging, waran daran zwei Menschen beteiligt, die an einem Strang zogen und gemeinsam ein Problem lösten: ihr eigenes.

Wie sieht es mit uns aus?

Sind wir alleine daran unser eigenes Problem zu lösen?
Oder lösen wir alleine das Problem von zwei Menschen?
Sollten wir das große Glück haben, zu zweit an einem gemeinsamen Problem zu arbeiten, stehen die Chancen gut das Problem auch zu lösen.

Für alle anderen Fälle heißt es den eigenen Weg zu finden und ihn zu beschreiten.
Besonders, wenn auch andere von unseren Problemen tangiert werden ist es wichtig sich nicht zu verlieren und sich treu zu bleiben. Es ergibt keinen Sinn auf jemanden Rücksicht zu nehmen und sich eventuell sogar aufhalten zu lassen, wenn der andere gar nie nicht mitkommen möchte. Aus welchen Gründen auch immer.

„Ich kann Dir die Tür nur zeigen. Durchgehen musst Du schon selbst.”

Das sagte Morpheus, der Herrscher über die Traumwelt, im Film Matrix zu Neo.
Morpheus hat Neo eine völlig neue Welt eröffnet und so eröffnen uns auch unsere eigenen Träume, Wünsche und Ziele eine große Welt voller Möglichkeiten.

Wir alle gehen unterschiedlich damit um:

„die Welt ist eine Spielwiese voller Möglichkeiten oder ein finsterer Wald voll Fallen. Eben das, was Du in ihr siehst.“ (@philosophisch)

Und so gilt für 2010 vor allem:

Werde selbst aktiv, finde Deinen eigenen Pfad, beschreite ihn und nimm dabei auf niemanden aus vermeintlicher Freundlichkeit Rücksicht:

„Wenn wir unser eigenes Licht leuchten lassen, geben wir anderen unbewusst die Erlaubnis, dasselbe zu tun.“ (womöglich Nelson Mandela)

Ich wünsche allen die Kraft aus 2010 etwas Vernünftiges machen zu können!

2009 besenrein übergeben

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Bevor das Jahr endet setzen sich viele zusammen um mit Tarotkarten oder Bleigießen ihre Zukunft wahrzusagen und erstellen Listen mit guten Vorsätzen und Zielen, die man im nächsten Jahr erreichen möchte.

Heute jedoch, zwei Tage vor dem Ende von 2009, gebe ich euch eine Liste an die Hand mit Dingen, die man tun könnte um das alte Jahr abzuschließen:

  • ablaufende Gutscheine einlösen
    z.B. Gutscheine für Fotobücher oder Onlineshops
  • Haushaltsplan aktualisieren
    eventuell haben sich zu zahlende Beiträge geändert oder bestimmte Haushaltsposten können ganz einfach wegfallen
  • Bankkonten aufräumen
    überschüssiges Guthaben zum Jahresende auf’s Sparkonto/Tagesgeldkonto schieben und Sollbestände ausgleichen
  • überfällige Rechnungen begleichen
    das können Rechnungen für Dienstleistungen aber  natürlich auch zwischenmenschliche Rechnungen sein
  • die Ablage final durchsehen
    gibt es im Posteingang noch etwas Dringendes vor Jahresende zu erledigen?
  • alte E-Mails löschen
    über das Jahr haben sich bei mir viele E-Mails zu Projekten und Liebschaften versammelt von denen sich vieles erledigt hat. Diese werden  nun gelöscht. Das Wichtige bleibt einem im Gedächtnis (und dem Backup)
  • Verliehenes zurückverlangen
    ich habe mir für all die Dinge, die man so verleiht mal eine Liste angelegt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um sich einen Überblick über verliehene DVDs und Kartenleser zu verschaffen und gegebenenfalls eine Rückgabe anzumahnen

Wer möchte kann auch noch ein persönliches Resumé ziehen und sich gute Vorsätze für 2010 aufschreiben.
Ich mache es dieses Jahr jedenfalls nicht, weil ich daran glaube, dass man sich jeden Tag ändern kann und nicht bis Neujahr darauf warten muss.

Euch allen einen guten Rutsch!